Herbst Deko 3D Druck: Tannenzapfen bemalen und selbstgedruckter Kranz
Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit zum Basteln mit den Kindern. Wir sammeln Tannenzapfen, sie bemalen sie, ich drucke einen Kranz dazu und am Ende steht unsere neue Herbstdeko.
Hier zeige ich dir, wie das bei uns läuft: die bemalten Tannenzapfen, der selbstgedruckte Kranz, Fliegenpilze und ein Igel zum Nachdrucken, und welche Waldschätze sich zum Sammeln lohnen. Die 3D-Druckdateien von MakerWorld gibt es kostenlos zum Download, meinen Kranz demnächst auch.
Wenn du auf den Plattformen nach einer 3D Druck Datei Herbst suchst, findest du viel Deko für Erwachsene und wenig, bei dem Kinder mitmachen können. Genau deshalb ist dieser Beitrag entstanden.
Alle 3D-Druckvorlagen hier sind erprobt: Jede 3D Druckdatei habe ich selbst gedruckt, bevor sie in diesen Beitrag kam. Was bei uns nicht funktioniert hat, steht weiter unten ebenfalls drin.
Waldschätze sammeln: Zapfen, Eicheln und Blätter
Meine Kinder lieben es, draussen Sachen zu sammeln. Im Herbst gibt es besonders viel zu entdecken. Wir suchen Tannenzapfen, Haselnüsse und Kastanien, und zu Hause wird alles bemalt, beklebt und dekoriert.
Das Wichtigste ist: rausgehen und schauen. Die schönste Herbstdekoration kommt von draussen!
Tannenzapfen. Überall im Schweizer Wald, unter Fichten und Tannen. Je grösser, desto besser für die Deko. Im September und Oktober liegen die meisten herum. Zu Hause trocknen sie ein bis zwei Wochen, dann halten sie jahrelang.
Blätter. Ahorn, Buche und Eiche sind am schönsten. Wir nehmen nur Blätter mit, die noch Farbe haben. Zu Hause lege ich jedes Blatt zwischen Zeitungspapier und beschwere den Stapel mit Büchern. Nach zwei Wochen sind sie gepresst und behalten ihre Herbstfarben.
Eicheln und Kastanien. Wir sammeln was den Kindern gefällt. Und sagen ihnen auch, sie sollen noch genug liegen lassen, damit für die Tiere noch etwas übrig bleibt.
Kleine Äste mit Struktur. Gerade Stöcke sehen im Kranz langweilig aus, gebogene bringen Bewegung rein.
Moos und Flechten. Das fülle ich zwischen den Zapfen auf. Nach dem Sammeln auf Papier legen und trocknen lassen, dann kann ich es monatelang lagern.
Wo wir sammeln
Der Wald direkt bei uns ist ideal. Parks funktionieren aber genauso – dort stehen oft alte Bäume mit vielen Zapfen. An Bachläufen sammeln sich die schönsten Blätter von selbst.
Was wir nicht mitnehmen
Pilze fotografieren wir, sammeln tun wir sie nicht. Giftige Pflanzen sowieso nicht. Und wenn wir etwas nicht kennen, bleibt es liegen. Das ist bei uns die Regel.
Lagerung
Alles kommt in einen trockenen Karton, nicht in eine Plastiktüte. Tannenzapfen brauchen bis zu einer Woche zum Durchtrocknen.
Tannenzapfen bemalen: was bei uns funktioniert
Wir haben verschiedene Maltechniken ausprobiert. Manche sehen gut aus, manche nicht. Das ist unsere Erfahrung:
Einfarbig bemalen. Gold, Dunkelrot oder Weiss, fertig. Sieht immer gut aus und geht am schnellsten. Oder mit den Neonfarben von MÅLA.
Ombre von oben nach unten. Gold wird nach unten zu Orange, dann zu Dunkelrot. Das braucht mehrere Farben und Geduld. Nach dem Trocknen wirken die Zapfen ruhiger als alles andere, was wir probiert haben.
Mit Glitzer. Das lieben die Kinder am meisten. Wir nehmen Glitzerleim-Stifte, damit klebt der Glitzer von allein.
Naturbraun und Grün. Weniger ist manchmal mehr. Bei uns im Wohnzimmer stehen die braunen und grünen Zapfen schöner als die glitzernden.
Schritt für Schritt
Wir sammeln die Tannenzapfen zusammen im Wald. Meine Kinder suchen sie aus, ich trage den Korb. Zu Hause trocknen sie ein bis zwei Tage, sonst haftet die Farbe schlecht.
Zum Bemalen nehmen wir MÅLA von IKEA. Das ist Malfarbe für Kinder, auf Wasserbasis und auswaschbar – keine Spraydose, kein Acryl aus dem Bastelladen. Wenn etwas danebengeht, geht es wieder raus.
Dazu kommen Glitzerleim-Stifte. Die sind bei uns beliebter als jede Farbe, weil meine Tochter damit selbst arbeiten kann. Sie liegen gut in kleinen Händen und tropfen nicht.
Die Zapfen liegen auf einem Tablett, das fängt die Farbe auf. Meine Kinder bemalten nur die Spitzen der Schuppen, das Braun dazwischen bleibt sichtbar. Dadurch sehen die Zapfen am Ende aus wie Blüten.
Die Farben sind nicht die typischen Herbsttöne. Bei uns sind es Neonpink, Neongrün und Lila – meine Tochter hat sie ausgesucht. Im Kranz sehen die bunten Zapfen besser aus, als ich gedacht hätte.
Nicht nur Zapfen: Wir haben auch Eicheln bemalt. Die Eichelhütchen füllen wir mit Glitzerleim aus, dann sehen sie aus wie kleine Schalen. Die liegen jetzt zwischen den Zapfen im Kranz.
Nach dem Trocknen kommen die Zapfen in eine Vase, auf den Kaminsims oder in den Kranz. Manche heben wir auf und hängen sie in der Weihnachtszeit als Anhänger an den Baum.
Der selbstgedruckte Kranz für die Herbstdeko
Im September habe ich nach einem Kranz gesucht, in den unsere bemalten Tannenzapfen passen. Es gibt hunderte Deko-Kränze zu kaufen. Aber keinen, der Zapfen einzeln aufnimmt. Also habe ich mit meinem Mann selbst einen entworfen.
Wie der 3D-gedruckte Kranz gebaut ist
Der Kranz ist ein geschlossener Ring mit acht Bechern am Rand. In jeden Becher legst du einen Tannenzapfen.
Kleber brauchst du keinen. Die Zapfen sitzen von allein in den Bechern. Das war mir wichtig, denn so kannst du sie jederzeit herausnehmen und nach der Saison etwas anderes legen.
Die Becher sitzen abwechselnd weiter innen und weiter aussen am Ring. Dadurch wirkt der fertige Kranz nicht wie ein gleichmässiges Muster.
Acht Becher heisst acht Zapfen. Die Lücken dazwischen fülle ich mit gepressten Blättern, bemalten Eicheln und Moos.
Die Becher sind so bemessen, dass mittelgrosse Föhrenzapfen hineinpassen. Sehr kleine Zapfen kippen, sehr grosse gehen gar nicht erst rein – such beim Sammeln also nach passenden Grössen. Ein 3D Print, der nur mit exakt einer Zapfensorte funktioniert, wäre mir zu unpraktisch gewesen.
Gedruckt habe ich den Kranz in olivgrünem Filament. Die bemalten Zapfen sind knallig, ein ruhiger Grundton darunter hält das zusammen.
Meine Druckeinstellungen für den Kranz
Der Kranz braucht keine Stützstrukturen. Er liegt flach auf der Platte, die Becher stehen senkrecht nach oben – da gibt es nichts zu stützen. Das spart genau die Nacharbeit, die ich bei den Fliegenpilzen habe.
Ich drucke mit 0,2 Millimeter Schichthöhe, auch bei der ersten Schicht. Zwei Wandlinien bei 0,42 Millimeter Linienbreite. Die Fülldichte liegt bei 15 Prozent im Gitternetz-Muster, oben fünf Schalenschichten, unten drei.
Die erste Schicht läuft mit 90 Prozent Dichte und minus 1 Millimeter Ausdehnung. Das macht die unterste Kante sauberer. Gedruckt auf der Textured PEI Plate von BambuLab, ohne Floss.
Bei den Geschwindigkeiten bleibe ich auf dem Standardprofil: 50 Millimeter pro Sekunde für die erste Schicht, 200 für die Aussenwand, 350 für die Füllung.
Das Problem beim ersten Druck
Beim ersten Versuch hatte ich die Fülldichte zu niedrig eingestellt. Es gab feine Risse an den Bechern, und der Druck sah unsauber aus. Mit 15 Prozent im Gitternetz-Muster läuft es seitdem sauber durch.
3D-Druckdatei: Fliegenpilze für den Kranz
Das Modell ist von MakerWorld und heisst «Loose Parts Open-End Game: Autumn». Die Vorlage kostet nichts, es ist ein digitaler Download.
Im Set stecken mehrere Herbstmotive, zum Beispiel Eicheln oder Tannenbäume. Gedruckt habe ich bisher nur die Pilze, deshalb schreibe ich auch nur über die.
Die Druckzeit liegt bei 1 Stunde für 6 Pilze. Pro Stück brauche ich 30 bis 50 Gramm Filament.
Als Info: Die weissen Punkte habe ich selber aufgemalt, das ging schneller als ein Farbwechsel pro Schicht. Natürlich wäre das auch mit dem 3D-Drucker und einem AMS direkt möglich gewesen.
Wie ich die 3D-gedruckten Pilze anmale
Der Hut ist rot, der Stiel bleibt weiss. Die Punkte habe ich zu erst mit einem feinen Acrylmarker aufgemalt. Aber leider sind dann die einzelnen Punkte verlaufen, was mir nicht gefallen hat. Danach habe ich es mit weisser Farbe und einem dünnen Pinsel versucht, dass dauerte aber länger, sah jedoch am Ende sauberer aus.
Link zur kostenlosen 3D-Druckdatei: https://makerworld.com/de/models/3269303-loose-parts-open-end-game-autumn#profileId-3706936
Das Problem mit den Supports
Die Pilzhüte brauchen Supports, also Stützstrukturen unter den Überhängen. Nach dem Druck lassen die sich nicht immer sauber entfernen, es bleiben kleine Kratzer. Ich schleife sie mit 220er Körnung weg, bevor ich die Pilze anmale. Der Support könnte man allenfalls noch reduzieren, ich habe festgestellt, dass dieser ganz viel Abfall verursacht.
3D-Druckdatei: Der Igel für den Herbst
Das Modell heisst «Hedgehog Buddy» und kommt ebenfalls von MakerWorld. Es ist ein Einteiler, nichts daran ist beweglich.
Ich habe die Grösse des Igels auf 40mm reduziert, damit er auch optisch in unsere Herbstdeko passt. Wir hatten ca. 1 Stunde Druckzeit für die einfarbige Variante, mit AMS und 3 Farben waren es 1,5 Stunden.
Link zur kostenlosen STL-Datei: https://makerworld.com/de/models/1666411-hedgehog-buddy#profileId-1763663
Nase, Augen und Ohren einfärben
Die Farbe kommt diesesmal aus dem Slicer, nicht aus dem Pinsel. In Bambu Studio gibt es dafür das Einfärben-Werkzeug: Du malst direkt auf dem Modell, welcher Bereich aus welchem Filament gedruckt werden soll.
Ich nehme den Pinsel in Grösse 1,0 und tupfe damit die Nase und die beiden Augen in Schwarz. In die Ohrmuscheln setze ich ein helles Beige. Mehr mache ich nicht, der Rest bleibt in der Grundfarbe.
Das dauert keine zwei Minuten. Wenn du danebentriffst, setzt «Alles gemalte löschen» die Farben zurück und du fängst neu an.
Sicherheitshinweise
Achtung: Im Loose-Parts-Set sind Kleinteile. Die Fliegenpilze Teile sind verschluckbar und damit für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet. Der kleine Igel ist zwar und robuster, aber auch ihn würde ich einem Kleinkind ohne Aufsicht nicht in die Hand geben.
Zweiter Punkt, der oft vergessen geht: In diesen Kranz gehört keine echte Kerze. PLA verformt sich schon bei rund 60 Grad. Der Kranz ist kein Kerzenhalter, keine Lampe und auch kein Untersetzer für heisse Pfannen. Wenn du Licht möchtest, nimm ein LED-Teelicht ohne Flamme.
Die gedruckten Teile habe ich nach dem Druck kontrolliert: keine scharfen Kanten, nichts, das absteht. Nach einer Woche Spielen sehen sie noch aus wie am ersten Tag.
Was das Projekt kostet
Das Filament ist der grösste Posten. Ein Kilo PLA kostet je nach Anbieter 15 bis 20 CHF, für den Kranz und die Kleinteile brauche ich rund 300 Gramm. Das sind etwa 5 CHF.
Die MÅLA-Farben von IKEA kosten rund 10 CHF für ein Set, die Glitzerleim-Stifte etwa 8 CHF. Beides reicht für mehrere Bastelnachmittage.
Die Naturmaterialien sind gratis, wenn du selbst sammelst.
Zusammen landest du bei 20 bis 25 CHF. Das sind Richtwerte, die Filamentpreise schwanken stark.
Dein Zeitplan
Woche eins: Rausgehen und sammeln. Zapfen, Blätter und Äste zu Hause trocknen, die Blätter zwischen Zeitungspapier pressen.
Woche zwei: Drucken. Der Kranz braucht am längsten, danach kommen die Fliegenpilze und der Igel.
Woche zwei und drei: Bemalen. Die Zapfen zusammen mit den Kindern, die gedruckten Teile nach dem Entfernen der Supports falls nötig abschleifen und anmalen. Alles gut durchtrocknen lassen.
Woche drei: Zusammenbauen. Die bemalten Zapfen in die Becher legen, Fliegenpilze und Igel dazwischensetzen, Blätter und Moos arrangieren, aufhängen.
Lizenz und Weiterverkauf
Beide MakerWorld-Modelle stehen unter der MakerWorld Standard Lizenz. Du darfst die Dateien herunterladen und drucken, aber nicht weitergeben. Ob du die fertigen Drucke verkaufen darfst, steht bei jedem Modell einzeln auf der Modellseite – prüf das bitte dort, bevor du etwas in deinen Shop stellst. Für gewerbliche Nutzung bietet MakerWorld teils eine eigene Gewerbelizenz an.
Meinen Kranz stelle ich demnächst auf Makerworld bereit. Du bekommst die STL-Dateien und die 3MF mit meinem fertigen Druckprofil. Die digitale Datei ist kostenlos, und du darfst die fertigen Kränze in deinem Etsy-Shop oder in anderen Shops verkaufen. Eine Mini-Gewerbelizenz brauchst du dafür bei mir nicht.
Das Design stammt von meinem Mann und mir. Wenn du es abänderst und weitergibst, nenn bitte die Quelle – mehr verlange ich nicht.
Was bei uns geblieben ist
Den Kranz habe ich inzwischen viermal gedruckt: für uns, zweimal als Geschenkidee für Freunde, einmal in Rot für die Weihnachtszeit. Für Halloween werden die Kinder ihn mit orangen Zapfen bestücken, das war ihre eigene Idee.
Es lohnt sich jedes Mal. Die Kinder machen begeistert mit, und am Ende steht etwas an der Tür, das sie selbst gemacht haben.
Praktisch finde ich vor allem, dass der Kranz leer überwintert. Im Januar kommen die Zapfen raus, und ich habe wieder einen Ring, der auf die nächste Saison wartet. Für herbstliche Dekoideen an einem gemütlichen Sonntagnachmittag reicht das völlig.
Falls du ihn nachdruckst: Zeig es mir auf Instagram. Ich teile deine Ergebnisse gern.