Plotter und 3D-Drucker Projekte: 3 lustige Familien-Sprüche

3D-Druck-Ideen: Nützliche 3D-Modelle zum Drucken

Es fing mit einem Geschenk an – und wurde ein ganzes Set

Ehrlich? Eigentlich wollte ich nur einen einzigen Untersetzer machen. Ein kleines Geschenk für eine Freundin, mit einem Spruch, über den wir beide lachen können. Dann stand der neue Bambu Lab H2C auf dem Tisch, ich hatte noch Flexfolie übrig – und plötzlich lag da ein komplettes Familien-Set: Handtuch, T-Shirt und Untersetzer, alle mit einem frechen Spruch.

Genau das liebe ich an unserem kleinen Maschinenpark: Man startet mit einer Idee und entdeckt unterwegs, wie cool sich ein Motiv auf ganz verschiedene Gegenstände übertragen lässt. Ein Spruch, drei Trägermaterialien – und jedes Stück wirkt am Ende einzigartig und individuell.

Übrigens: Die Sprüche habe ich nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt. Dahinter steckt ziemlich viel Recherche – ich habe mich stundenlang durchs Internet gewühlt, die schönsten gesammelt und einige für uns abgewandelt, bis sie genau gepasst haben. Und genau das ist das Schöne daran: Je nach Humor, Lebenssituation oder Familie plottest du dir am Ende den Spruch rauf, der wirklich zu dir passt.

In diesem Beitrag zeige ich dir alle drei 3D Druck Ideen im Detail: welche Maschine wofür, welche Einstellungen ich nutze, und wo du die passenden Designs findest. Los geht's!

Das Wichtigste in Kürze

  • 3 Projekte, 1 Maschine reicht: Der Bambu Lab H2C plottet und druckt – Handtuch & Shirt aus Flexfolie, der Untersetzer aus dem 3D-Druck. (Ich habe zusätzlich den X1 Carbon genutzt, um parallel zu arbeiten.)
  • Alle Sprüche sind familientauglich, frech – und in wenigen Minuten am eigenen Bedürfnis anpassbar.
  • Materialkosten: ca. CHF 2–5 pro Stück – deutlich günstiger als gekaufte Spruch-Geschenke.
  • Ideal für Einsteiger: kein teures Werkzeug nötig, die 3D-Druck-Vorlagen und Plott-Dateien lassen sich kostenlos erstellen.
  • Wie immer bei BuildPlay3D: alles getestet in meiner eigenen Familie.

Highlights

Plotten und 3D-drucken: Eine Maschine kann beides

Jetzt kommt das, was diesen Beitrag besonders macht – und was viele nicht wissen: Für alle drei Projekte brauchst du eigentlich nur eine Maschine. Der Bambu Lab H2C kann nämlich beides – plotten und 3D-drucken. Damit schneidest du die Flexfolie für Handtuch und Shirt und druckst den Untersetzer, alles mit demselben Gerät.

Warum stand bei mir trotzdem noch der X1 Carbon daneben? Ganz einfach: Ich wollte beide Schritte parallel laufen lassen. Während der H2C die Folie geschnitten hat, hat der X1C schon den Untersetzer gedruckt – das spart ordentlich Zeit, wenn man (so wie ich) ungeduldig ist. Nötig ist der zweite Drucker aber nicht: Mit dem H2C allein bekommst du alle drei Geschenke hin.

Kurz zusammengefasst, welche Funktion wofür da ist:

  • Plotten (H2C): schneidet flache Materialien wie Flexfolie (HTV), Vinyl oder Papier. Perfekt für alles, was auf Textil oder glatte Flächen kommt – also Handtuch und Shirt. Das Motiv wird gespiegelt geschnitten, entgittert und aufgebügelt.
  • 3D-Druck (H2C oder X1C): baut Gegenstände Schicht für Schicht in die Höhe. Ideal für alles Dreidimensionale mit Präzision – wie unseren geprägten Untersetzer, bei dem der Spruch direkt als Relief mitgedruckt wird.

Kurz erklärt: 3D-Druck-Verfahren Unser X1C arbeitet mit FDM (geschmolzenes Filament wird schichtweise aufgetragen) – das gängigste Verfahren bei privaten 3D-Druckern. Daneben gibt es industrielle Methoden der additiven Fertigung wie SLS oder MJF (Multi Jet Fusion), mit denen selbst Ingenieure hochbelastbare Teile bis hin zu Bauteilen fürs Flugzeug herstellen. Für unsere Familien-Projekte ist FDM aber genau richtig: robust, günstig und hochwertig genug für den täglichen Gebrauch.

Projekt 1: Das Handtuch – „Wozu aufräumen?"

Mein persönlicher Favorit, weil der Spruch einfach zu meiner jetzigen Lebenssituation passt:

„und dann dachte ich mir: wozu aufräumen & putzen, wenn meine Familie sowieso weiterhin hier wohnt?"

Das Handtuch entsteht komplett auf dem Plotter. Ich schneide die Flexfolie mit dem H2C, entgittere sie und bügle sie mit der EasyPress auf.

Material & Einstellungen:

  • Flexfolie (HTV) in Mint oder Creme – passend zu unseren Markenfarben
  • Ein saubernes, vorgewaschenes Handtuch (Baumwolle)
  • EasyPress: 150 °C, 15 Sekunden, danach kalt abziehen
  • Motiv vor dem Schneiden spiegeln nicht vergessen!

💡 Nicole's Tipp: Bügle das Handtuch vor dem Pressen einmal glatt und drücke die Folie kurz vor – so verrutscht beim eigentlichen Pressen nichts. Bei frottierten Handtüchern lohnt sich ein etwas festerer Druck, weil die Oberfläche unruhig ist.

💡 Nicole's Folien-Empfehlung: Ich habe mittlerweile wirklich viele Plotter-Folien ausprobiert – und kann mit Überzeugung sagen: Die Poli-Flex Turbo hat mich am meisten überzeugt. Selbst bei sehr kleinen, filigranen Motiven ist sie beim Entgittern herrlich robust und reisst nicht. Genau das erspart dir beim Plotten die grössten Nervenmomente.

Projekt 2: Das T-Shirt – „Lieber gleich berechtigt als später"

Gleicher Prozess wie beim Handtuch, gleiche Maschine – aber Textil verhält sich anders, deshalb ein eigener Abschnitt.

„Lieber gleich berechtigt als später"

Material & Einstellungen:

  • Flexfolie - meine absolute Lieblingsfolie ist die von Poli-Flex, und glaubt mir ich habe einige ausprobiert.
  • Baumwoll-Shirt, vorgewaschen
  • EasyPress: 150 °C, 15 Sekunden – bei dickerer Folie ggf. etwas länger
  • Motiv platzieren (Tipp unten)

💡 Nicole's Tipp: Für eine nahtlos gerade Platzierung falte ich das Shirt einmal längs und markiere die Mittellinie mit einem Bügelfalz. Die Folie sitzt dann auf Anhieb zentriert. Nach dem ersten Pressen lege ich ein Backpapier drüber und presse noch mal kurz nach – das verbessert die Haltbarkeit beim Waschen spürbar.

Projekt 3: Der Untersetzer

Jetzt wechseln wir zur zweiten Maschine. Der Untersetzer kommt aus dem 3D-Drucker, mit dem Spruch als geprägtem Relief:

„Säg emal gueti Fee – bisch taub oder wotsch eifach nöd?"

Der Keksrand-Look macht ihn zusätzlich zum kleinen Hingucker – halb Dekoration, halb funktionaler Alltagshelfer.

Material & Druckprofil (X1 Carbon):

  • ca. 30–40 g Filament (hier: gelbes PLA)-PLA ist perfekt für kalte Getränke. Möchtest du den Untersetzer aber auch für heisse Tassen nutzen oder in den Geschirrspüler geben, druck ihn bitte aus PETG oder ABS – die halten Hitze und Spülgänge deutlich besser aus als PLA.
  • Layer Height: 0.2 mm
  • Infill: 15 %
  • Text als Prägung, kontrastierend über AMS oder farbig nachträglich betont
  • Supports: keine nötig

So machst du die vertiefte Schrift (Schritt für Schritt)

Wie man den Text sauber in den Untersetzer vertieft, musste ich mir selbst zusammengoogeln – deshalb hier meine erprobte Reihenfolge im Slicer:

  1. Schrift und Schriftgrösse auswählen und den gewünschten Text unten eintippen.
  2. Die Prägetiefe (embedded depth) eingeben – ich nutze meist 2 mm.
  3. Den Text mit der Maus an die gewünschte Stelle auf dem Modell ziehen.
  4. Links im Menü auf Objekte klicken – dort erscheint die Liste aller Objekte, inklusive der text_shapes.
  5. Den gewünschten text_shape anklicken, per Rechtsklick das Menü öffnen und Typ ändern (Change Type) wählen.
  6. Dort Negativteil (Negative Part) auswählen.
  7. Fertig! Nach dem Slicen siehst du die vertiefte Schrift im Vorschau-Tab

Woher kommen die Motive? Vorlagen finden & selbst erstellen

Du musst kein Designer sein, um loszulegen. Für die Sprüche brauchst du eigentlich nur eine schöne Schrift – den Rest erstellst du dir selbst.

  • MakerWorld und Printables: Hier gibt's eine umfangreiche Bibliothek an Untersetzer-Rohlingen und Prägevorlagen zum Stöbern – vieles davon kostenlos. Einfach in der passenden Kategorie suchen und ein Basismodell finden, das dir gefällt.
  • Die Sprüche selbst: Meine Sprüche sind das Ergebnis von viel Internet-Recherche – gesammelt, verglichen und teils abgewandelt, bis sie zu uns gepasst haben. Genau diese Freiheit macht jedes Stück einzigartig: Du wählst nach Humor und Lebenssituation und setzt den Text in deine Plott-Dateien und 3D-Modelle selbst.
  • YouTube: Wenn du beim Entgittern oder beim Prägen unsicher bist, gibt es unzählige bekannte Tutorials, die dich Schritt für Schritt begleiten.

Das Schöne an einer eigenen kleinen Sammlung an Vorlagen: Einmal angelegt, kannst du jeden Spruch beliebig austauschen und in Sekunden ein neues Geschenk präsentieren.


Nicht nur Sprüche: der 3D-Drucker im Familienalltag

Kleiner Exkurs, weil ich immer wieder gefragt werde, ob sich so eine Maschine „lohnt": Ja – und zwar weit über hübsche Geschenke hinaus. Wir drucken ständig clevere kleine Helfer, die den Alltag erleichtern: Kabel-Organizer, Schubladen-Einteiler, praktische Gadgets für die Küche. Lauter nützliche alltägliche Dinge, die genau auf unser Bedürfnis zugeschnitten sind und den Haushalt effizienter machen.

Und saisonal wird's dann kreativ – wie bei unserer schaurig-schönen Halloween-Deko, die jedes Jahr ein Hit ist. 

Material- & Ausrüstungsliste

Welche Materialien wir benötigen für die 3 Projekte.

Bambu Lab X1 Carbon + AMS und Bambu Lab H2C

Wir haben Bambulab PLA Matte benutzt. Beachte jedoch: PLA ist perfekt für kalte Getränke. Möchtest du den Untersetzer aber auch für heisse Tassen nutzen oder in den Geschirrspüler geben, druck ihn bitte aus PETG oder ABS – die halten Hitze und Spülgänge deutlich besser aus als PLA.

Handtuch, T-Shirt

Entgitter-Haken, Backpapier, Schere

🔗 Transparenz-Hinweis: Einige Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, unterstützt du BuildPlay3D – für dich ändert sich am Preis nichts. Empfohlen wird nur, was ich selbst nutze und getestet habe.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich wirklich beide Maschinen?

Nein! Der Bambu Lab H2C kann plotten und 3D-drucken – damit machst du alle drei Projekte mit einem Gerät. Ich habe zusätzlich den X1 Carbon genutzt, um die Folie zu schneiden, während parallel der Untersetzer druckt. Das spart Zeit, ist aber kein Muss.

Welche Folie eignet sich für Handtücher?

Welche Folie eignet sich für Handtücher? Standard-Flexfolie (HTV) auf Baumwolle. Meine persönliche Empfehlung nach vielen Tests ist die Poli-Flex Turbo – sie bleibt selbst bei kleinen Motiven beim Entgittern schön robust. Achte darauf, dass Rohling und Folie hitzebeständig zusammenpassen – bei 150 °C / 15 s bist du mit den meisten HTV-Folien auf der sicheren Seite. Vorher testen!

Hält der Untersetzer heisse Tassen aus?

 PLA ist begrenzt hitzefest. Für kalte Getränke perfekt; für sehr heisse Tassen lieber PETG drucken – das ist die robustere Anwendung.

 

Ich bin absoluter Anfänger – ist das machbar?

Ja! Alle drei Projekte sind einsteigerfreundlich. Fang mit dem Untersetzer oder einem einfachen Handtuch an, dann wächst du angenehm in die Technik rein.


Über Nicole

Hi! Ich bin Nicole, Mama von zwei Wirbelwinden und Gründerin von BuildPlay3D. Ich bin bekennender Fan davon, Technik und Familienleben zu verbinden – und teile hier nur, was ich selbst mit meinen Kindern getestet habe. Wenn dich meine 3D-Druck-Ideen inspirieren, schau gern beim Newsletter vorbei oder schreib mir. 💚